Rad am Ring 2016

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Noch frisch und munter im Dextro-Dress

Es ist Freitag, der 29. Juli, 11 Uhr als Philipp, Golo, Timo und ich uns im Süden Hamburgs treffen und die Räder in den geräumigen Bus laden. Anders als bei den Liga-Wettkämpfen weiß noch keiner von uns, was uns erwarten wird. So werden neben den Rädern auch Taschen in den Bus gehoben, die voll mit Kleidung, Lichtern und Verpflegung für alle Eventualitäten sind.

Knapp acht Stunden soll die Busfahrt nun dauern, immer wieder gespickt mit Stau und stockendem Verkehr, jedoch durchweg unterhaltsam und belustigend, auch dank Stories    von Timo und Golo aus der Welt des Krankenhauses.

Endlich angekommen werden wir direkt auf den Nürburgring geleitet und plötzlich sind wir zwiegespalten, ob wir nun die Gelegenheit nutzen und das Gaspedal durchdrücken sollen oder die Kulisse auf uns wirken lassen sollen. Wir entscheiden uns für letzteres und fühlen uns zwischen all den Rennrädern, den Zelten und den grillenden Athleten sofort wohl.

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Catering vom Allerfeinsten!

Unübersehbar kam dann das Lager unseres Sponsors Dextro Energy näher. Mit einer kleinen Zeltstadt, aufblasbarem Energy-Gel und Zielbogen und einem Dutzend Beachflags war das Dextro-Lager mit Abstand das Größte auf dem Platz und wir parkten unseren Bus direkt daneben.

Nach der Begrüßung und einem Abendessen aus dem hauseigenen Catering wurde von Dextro-Chef Wolfgang Heller die Wettkampfbesprechung durchgeführt. Aus eigenen Erfahrungen der letzten Jahre konnten wir somit schon profitieren und eventuell wichtige Zeit sparen.

Unser Schlafgemach grenzte direkt an die Küche, sodass wir am kommenden Tag schon früh durch das Küchenradio geweckt wurden. Voll motiviert und bei trockenem Wetter war es Philipps Aufgabe die erste Runde zu fahren. Diese war erfahrungsgemäß die schnellste und wichtig um Anschluss an die Führung zu halten. Nach knapp 27km wechselte die Transponderflasche dann von Philipp zu Golo und Timo und ich waren gespannt, was Philipp wohl sagen würde. “Alter, sind die Berge scheiße!”, waren dann die ersten Worte von Herber, der realisierte, dass seine Übersetzung nur semioptimal für das Streckenprofil war.

Alter, sind die Berge scheiße!”

IMG_0322So ging es fröhlich weiter, Golo wechselte auf mich, ich gab die Flasche weiter an Timo und das Spiel begann von neuem mit Philipp. Schon ab der dritten Runde waren nur noch vereinzelt Gruppen von zwei bis drei Fahrern zu sehen und das Feld war auf die ganze Strecke verstreut. Die nächsten 24 Stunden sollten dann für jeden von uns den gleichen Ablauf haben, nur eben zeitversetzt.

 

27km ballern –> umziehen –> essen –> ausruhen –> repeat.

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Sonnenuntergang über dem Dextro-Lager

Das Catering und die All-you-can-eat-Dextro-Versorgung waren extrem hilfreich beim Auffüllen der Speicher und für den schnellen Energiekick vor dem Start in eine neue Runde. Trotzdem verging uns Runde für Runde der Appetit und wir mussten uns zwingen, nach dem Fahren etwas zu essen. Gegen Mitternacht wurde es dann immer schwieriger, das Tempo hoch zu halten. Dank guter Lichter und dem tadellosen Asphalt war die Unfallgefahr zwar gering, jedoch wurden wir trotzdem langsamer. Durch Müdigkeit und Dunkelheit wurde es auch immer frischer. Nun kam die Infrarot-Sauna ins Spiel. Die Luxussauna konnte in Kürze Tiefenwärme erzeugen und uns so vor und nach jeder Fahrt wieder aufwärmen.

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Time to sweat!

Weiterer Luxus war das Physiozelt für die vier Dextro-Energy-Teams. So kamen wir zwischen den Runden in den Genuss, von der deutschen Radsportgröße „Eule“ massiert zu werden. So fuhren wir die Nacht wie geplant durch. Jedoch zeigten sich immer mehr die Ermüdungserscheinungen. Magenprobleme aus der vergangenen Woche brachen durch die Müdigkeit und Belastung bei mir wieder aus, Bocklosigkeit und müde Muskeln dämpften die anfängliche Motivation.

Als ich in die sechste Runde fuhr wurde ich dann durch einen schonen Sonnenaufgang über dem Nürburgring für die Strapazen belohnt und mit einem Mal kam die Kraft wieder. Anders ging es leider Timo. Nach seiner sechsten Runde fühlte er sich plötzlich kraftlos und ihm wurde schwarz vor Augen. Scheinbar hatte der Kreislauf keinen Spaß mehr am Rennen. Um Timo eine Pause zu gönnen änderten wir darum die Taktik. Philipp, Golo und ich fuhren die letzten Stunden jeweils zwei Runden hintereinander.

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Transponderübergabe

Der Cut-Off lag dann bei 11:45 Uhr. Ich startete meine letzten Runden gegen 10:30, sodass eine zweite Runde noch möglich war. Nun formten sich auch wieder Gruppen mit dessen Hilfe wir uns weiter nach Vorne schieben konnten.

Auf der letzten Runde entdeckte ich dann vor mir das Trikot des Teams vor uns. In einem Schlussspurt konnte ich mich dann vor diesen setzten und einen Platz im Gesamtklassement gut machen. So landeten wir am Ende auf einem zufriedenstellenden Platz 14. Zwar war dies nicht das von Dextro Energy angepeilte Top 10-Ergebnis, jedoch für uns durchaus in Ordnung.

Nach einer kurzen Dusche wurden die Räder und Taschen wieder im Bus verstaut und wir mussten leider zügig abreisen.

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FERTIG!

Beim obligatorischen Besuch im Restaurant zur goldenen Möwe gestanden wir uns aber alle ein, dass wir das Event und die Belastung unterschätzt hatten und wir bei einem zweiten Start anders an das Rennen gehen würden. Denn anders als noch nachts zuvor waren wir wieder voll motiviert, unsere Leistungen bei einem weiteren Start zu verbessern und die Top 10 zu stürmen.

Ein großer Dank geht an das gesamte Team von Dextro Energy, die uns diesen Start in einer absolut professionellen Betreuung geschenkt haben. Wir wissen nun, was uns erwartet und freuen uns auf ein eventuelles Wiedersehen im nächsten Jahr.