Wettkampfbericht Mitteldistanz im Herrenkoog

Léana wird 2. Frau auf der Mitteldistanz im Herrenkoog
– eine friesisch-herbe Veranstaltung
Um 5 Uhr morgens klingelt der Wecker. Draußen regnet es. Körper und Geist sind alles andere als frisch, nach der Arbeitsbelastung der letzten Wochen kumuliert sich die Müdigkeit in mir.
Doch die Erinnerung an die harten Trainingseinheiten motivieren mich, aufzustehen und im Wettkampf alles zu geben. Sonst wäre ja alles umsonst gewesen 😉
Um 6 Uhr geht es auf zum Herrenkoog nach Nordfriesland, um 10 Uhr ist der Start zur Mitteldistanz über 2km schwimmen, 84km Radfahren und 20km laufen. Die Bedingungen sind friesisch-herb: stürmischer Wind mit Böen über 75km/h und Schlaglöcher auf der Radstrecke, die mit Wasser gefüllt sein könnten – so die Ansage in der Wettkampfbesprechung. Immerhin blieb es über die gesamte Zeit trocken, was ein großer Vorteil für meine Motivation war.
unnamedDer Wind war schon auf dem 500m Rundkurs im 18 Grad kalten Wasser zu spüren und brachte das Wasser zum Kochen. Nach 33min stieg ich als 3. Frau aus dem Wasser. Nach einem schnellen Wechsel konnte ich als zweite Frau auf die Radstrecke gehen. Das Radfahren war kräftezehrend. Auf dem Rundkurs, der vier Mal zu fahren war, kam der Wind zunächst frontal in voller Wucht auf uns zu, danach seitlich und zum Glück gab es auch ein kleines Stück mit Rückenwind. Auf dieser Passage konnte ich mich gut verpflegen und weiter viel Druck machen, um den Abstand nach vorn zu verringern. Die Siegerin Rebecca Neundörfer, mit der ich zeitlich aus dem Wasser kam, überholte mich auf den ersten Kilometern. Das Tempo konnte ich nicht mitgehen. Kontrolliert mit Druck bin ich meinen Stiefel weitergefahren, bis ich in der 3. Runde die schnellste Schwimmerin im Feld überholte und in der 4. Runde einen Abstand herausfuhr.
unnamed-2Als zweite Frau wechselte ich auf die Laufstrecke. Endlich Laufen dachte ich nur. Auch wieder vier Runden durch die Felder, unebener Boden, viel Wind und das laute Rauschen der Windgeneratoren. Die Beine waren gut, dennoch bin ich die ersten 1,5 Runden sehr kontrolliert gelaufen. Ab Mitte der zweiten Runde habe ich dann Druck gemacht und konnte diesen bis zum Schluss halten, dabei sogar viele männliche Teilnehmer überholen und als 2. Frau mit einer Zeit von 4:41 Stunden ins Ziel rennen.
Somit konnte ich meine Ziele am heutigen Tag erreichen: das Podium und eine Zeit unter 4:45 Stunden.
Ein dickes Kompliment an Rebekka Neundörfer für ihre sehr starke Leistung an diesem Tag.