Die geballte Ladung Itzehoe

Dieses Mal haben wir uns gedacht, dass wir unsere verehrten Leserinnen und Leser mit einer Dreichfachladung an Berichten nicht überfordern wollen… Wer hätte denn da noch genug Zeit zum Trainieren?🤔

Also gibt’s dieses Mal alle Berichte aus Itzehoe in Einem, sozusagen die geballte Tri Team Power. Letzten Sonntag stand in der Landesliga der bereits 3. Wettkampf der Saison, jedoch die erste Olympische, an und in der Regionalliga stand mit dem zweiten Wettkampf, dem Team-Relay, ein gänzlich neues Format an.

Zuerst das Mikrofon ergreifen darf, Achtung Spoileralarm, natürlich das erfolgreichste Team um Anne Ruff:

Das dritte Landesligarennen sollte in Itzehoe stattfinden. Im Gegensatz zum Regionalligarennen am Nachmittag war der Start schon für 9:05 angesetzt. Also machten wir 3 Mädels (Sina, Lena und Anne) uns gefühlt schon vor dem Aufstehen auf den Weg. Während wir auf das Einchecken in die Wechselzone warteten, wurden wir gefragt, wer von uns denn heute die Ligaaufsicht machen würde. Huch, Ligaaufsicht? Was ist das überhaupt und was hat das mit uns zu tun? Außer uns drei Starterinnen hatte sich so früh am Morgen noch keiner der Supporter nach Itzehoe verirrt der die Aufgabe übernehmen könnte. Nach ein paar Minuten der Verwirrung und aufsteigender Panik bot sich ein Unterstützer der St. Pauli Teams an, um auszuhelfen. Dieses Angebot nahmen wir natürlich erleichtert an. Glück gehabt! Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle!

Nach dem Einchecken der nächste Fauxpas: Auf dem Weg zum Einlaufen lösten wir die Zeitnahmechips aus, gefolgt von aufgebrachtem Gestikulieren der Helfer: der nächste Panikmoment. Glücklicherweise konnten die Jungs von der Zeitnahme (nach ein paar ermahnenden Worten) alles richten.

Kurz vor 9 ging es dann bei angenehmen 21 Grad Wassertemperatur in den Mühlenteich. Nach 2 Schwimmrunden, inklusive Landgang, lief Lena als 7. in die Wechselzone. Dicht dahinter folgte ich und mit etwas Abstand Sina. Auf den 6 Radrunden einer Wendepunktstrecke ging für uns die Aufholjagd los. Durch den ständigen Sichtkontakt an den Wendepunkten war die Motivation doppelt so hoch die Abstände zu verkleinern. Runde für Runde konnte ich etwas dichter an Lena heranfahren und hatte sie nach 5 Runden eingeholt. Trotz schnellster Radzeit konnte Sina uns (noch) nicht einholen bis wir dicht hintereinander in die Wechselzone liefen.

Wie gewohnt kam sie dann recht bald auf der Laufstrecke an uns vorbeigeflogen und konnte sich mit der schnellsten Laufzeit den 2. Gesamtplatz sichern. Das hätte die meisten wohl sehr gefreut, doch Sina hatte das Silberabo eigentlich abbestellt… Viel hat aber nicht gefehlt und beim nächsten Mal klappt’s bestimmt! Ich selbst konnte auf der letzten von 4 Laufrunden noch auf den 3. Platz vorlaufen, was sicherlich an den Regio-Jungs lag, welche jetzt an der Strecke standen. Lena rundete mit dem 5. Platz das Ergebnis ab und zusammen konnten wir so den klaren Tagessieg holen.

Nach einer kurzen Pause mussten wir die Wechselzone auch schon für die Regionalliga-Raketen räumen, blieben aber natürlich noch vor Ort. Für den Nachmittag stand demnach die 4. Disziplin auf dem Programm: Anfeuern!

Was an dieser Stelle jeder Reporter nicht für einen besseren Übergang zu den Regio Berichten hätte nutzen können. Nachdem wir Regio Starter also bereits durch den Sieg der Mädels sehr motiviert waren und es Ihnen am liebsten gleich nachmachen wollten wurde es so langsam auch für uns ernst.

Dies hat Dawid für uns einmal „kurz“ zusammengefasst, weswegen wir Mädels uns auf kleine Randkommentare unsererseits beschränken werden (Zeit ist Geld, Zeit ist Training etc. pp siehe oben)

5x in die Fresse bitte! Beziehungsweise 9x inklusive der Mädels 😉
Nachdem unsere Regionalligajungs beim Auftaktrennen in Vierlanden mit einer hervorangenden Teamleistung einen Bilderbuchstart hingelegt haben, hieß es am vergangenen Sonntag die Leistung beim zweiten Rennen in Itzehoe zu bestätigen und die Tabellenführung zu verteidigen.

Bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad hatte sich das Team um Kim, Robert, Dawid, Julian und Niels bei den Männern und Jana, Anne, Bettina und Lydia bei den Frauen gegen 11:30 Uhr am Mühlenteich zusammengefunden.
Routenierte zwei Stunden später ging es um 13:30 für den ersten Athleten des Teams ins erfrischende Nass! Moment bitte, für den Ersten? Das stimmt doch was nicht!
Team Relay: Schnell, erfrischend und leider GEIL!
Mit fünf hintereinander zu absolvierenden Supersprints à 200m / 6km / 2km, heißt es bei diesem Format, neben der richtigen taktischen Staffelaufstellung, für jeden Athleten sich vom ersten Armzug an am Anschlag zu bewegen!
Mit einer durschnittlichen Durchgangszeit von 21 bzw. 24 Minuten, bleibt kein Spielraum für taktische Sperenzien! Ganz nach dem Motto: ALL OR OUT.
Das Rennen:
Die ersten Schwimmmeter gestalteten sich mit den anderen 20 Teams chaotisch und hektisch, selbst bei den 10 Frauenteams kam man sich dieses Mal wie in der Waschmaschine vor. Erst an der ersten Boje gelang es Kim sich etwas Platz zu erkämpfen und in einen ungewohnt kurzen Rythmus zu kommemn.
In einer mehrköpfigen Verfolgergruppe stieg Kim aus dem Wasser und machte sich im Rudel auf die Verfolgungsjagd des führenden Athleten vom RSC Lüneburg.
Die sechs Kilometer lange Radstrecke erstreckte sich in Summe über zwei Kurven und eine gut asphaltierte Landstraße. Die Strecke war wenig anspruchsvoll und war prädestiniert für geballte Wattpower.
Mit einem Rückstand von knapp über 30 Sekunden lief Kim unter den Top 5 mit rasender Geschwindigkeit auf die Laufstrecke und konnte diese Position über die kurzen aber durchaus harten zwei Laufkilometer halten und übergab in guter Ausgangsposition an Robert.
Robert, auch bekannt als halbflossige Seeschlange aka Kienle, stieg taumelnd, benebelt und blau – so blau wie man sich den pazifischen Ozean in seinen kühnsten Träumen nur vorstellen kann – aus dem Wasser und machte sich auf die Verfolgungsjagd seiner Beute.
Mit WATTastischem Siegeswillen, sammelte Robert nach und nach die vor ihm liegenden Athelten ein und stieg in dritter Position vom Rad.
Dass der jungegbliebende und attraktive Papa WATTastisch Radfahren kann, das brauchte er niemandem zu beweisen. Das diese Beine aber auch noch rennen können, dass dabei sogar Forest Gump hätte neidisch werden können, damit hatte wohl so niemand gerechnet.
Mit einem sensationellen Lauf erkämpfte sich Robert die erste Position und übergab an Dawid, an dem es nun lag, diese Position zu verteidigen.
Mit einem stilvollen Hechtsprung warf sich Dawid als Erster ins erfrischende Nass. Mit einem Vorsprung von paar Sekunden konnte er die von Robert erkämpfte Führung im Wasser behaupten und machte sich mit einer Horde von Jägern im Nacken auf die Radstrecke.
Nach zehn Minuten stieg Dawid mit einem Polster von etwa 20 Sekunden vom Rad und konnte die Führung um wenige Sekunden weiter ausbauen.
Mit einem von den Triathlöwen Bremen starken Läufer im Nacken, kämpfte sich Dawid über die Laufstrecke und verteidigte die erste Position.
Nun war es an Julian gelegen – woran hats eigentlich gelegen? – eine für Niels aussichtsreiche Position für das große Finale zu erkämpfen.
Das Schwimmen began für Julian mit einem Angriff eines russisch angetriebenen Nukleartorpedos, welcher in Gestalt eines Athleten von den Triathlöwen Bremen ohne Gefangene zu machen, in Michael Phelps Manier an Julian vorbeischoss und schnell ein Polster von über 30 Sekunden reißen konnte. Im Ziel erzählte Julian davon, dass er versucht habe sich in den Wasserschatten des Torpedos zu hängen, doch schnell einsehen musste, dass dies kein gutes Ende für ihn und den bevorstehenden Rennverlauf nehmen würde.
Mit einem Rückstand von knapp über 30 Sekunden, machte sich Julian mit einem Athleten vom RSC Lüneburg auf die Jagd die klaffende Lücke zu schließen.
Dass sechs Radkilometer ordentlich schmerzen können, musste Julian am eigenen Leib erfahren. Trotz einer guten Radleistung, musste er den Athleten vom RSC Lüneburg, wecher an diesem Tag bessere Beine zu haben schien, ziehen lassen und machte sich als Dritter auf die Laufstrecke. Den entstandenen Rückstand konnte Julian auf der Laufstrecke zwar nicht minimieren, doch wurde dieser auch nicht größer.
In fünfter Position machte sich unser stärkster Läufer Niels Werle auf seine kurze Laktatreise und läutete damit das große Finale ein.
Das Finale
Das Feld von hinten aufräumen, das kennt und kann Niels. Dies jedoch auf einer solch kurzen Distanz erfolgreich zu praktizieren, ist auch für den Routinier Neuland.
Das Finale begann mit einem Sprint ins Wasser. Trotz einer guten Schwimmperformance, musste Niels im Wasser weitere 41 Sekunden auf den Zweitplatzierten vom RSC Lüneburg einbüßen und machte sich mit einem Rückstand von knapp einer Minute auf die bevorstehende Radstrecke, um den Asphalt zum Schmelzen zu bringen.
Die vor ihm liegenden Teams hatten mit Julian Schröder (Triathlöwen Bremen) und Fabian Schönke (RSC Lüneburg Triathlon) für das große Finale ihre schnellsten Pferde im Stall ins Rennen geschickt. Mit herausragenden Schwimm- und Radleistungen der beiden Athleten, war es aus Sicht von Niels keine Schande, dass er den Rückstand beim Schwimmen und auf dem Rad nicht zu seinen Gunsten dezimieren konnte.
Angelaufen in unter drei Minuten den Kilometer, schoss Niels mit Laktatgetränkten Adern über die Laufstrecke und ging ALL-IN. Trotz bester Laufleistung innerhalb des TTS TRI Teams, war es Niels am Ende leider nicht möglich die Platzierung zu verbessern. Am Ende hieß es Platz drei für das TTS TRI Team.

Das Rennen der Mädels könnte man sagen war dasselbe nur in grün. Zwar gabs hier nur 4x all out, aber dasselbe Ergebnis: Platz 3.

Selbstvesrständlich war das anvesierte Ziel höher gesteckt, doch in Anbetracht des top-besetzten Starterfeldes, taktisch hervoragend aufgestellten Teams und des neuen Rennformates, mit dem jedes Team erst einmal zurechtkommen musste, sind wir jeweils mit der Top-Drei Platzierung sehr zufrieden und gratulieren an dieser Stelle den Triathlöwen Bremen und dem Team RSC Lüneburg Triathlon für deren ausgezeichnete Teamleistung, sowie den Tri-Team Osnabrück Mädels und den TuS BW Lohne Triathlon Damen.

Das Rennformat hat Spannung auf einem ganz neuen Level geboten. Eine Wiederholung dieses Formates ist wohl seitens aller Athleten und Zuschauer willkommen, aber bis zum nächsten Jahr ist noch etwas Zeit. Deshalb richten wir jetzt erstmal den Fokus auf das an diesem Sonntag stattfindende dritte Rennen in der Regionalliga und freuen uns auf einen spannenden Wettkampf in Schwerin.