Schnell, kurz und brutal – Deutsche Crossmeisterschaften

Nachdem ich mir Anfang des Jahres bereits den Titel des Hamburger Meisters im Crosslauf der U20 sichern konnte, entschloss ich mich hochmotiviert dazu, auch bei den Deutschen Meisterschaften an den Start zu gehen.

Also machten Max (der schnelle Rothaarige) und ich uns diesen Samstag auf den Weg nach Löningen, nahe der holländischen Grenze, um dort an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen. Aufgrund einer Grippe sagte Max seinen Start leider, aber vernünftiger Weise ab. Trotzdem kam er als Supporter mit und sorgte außerdem für die flachen Witze 😉

Pünktlich um 14:10 Uhr fiel der Startschuss für mein Rennen. Das Feld meiner Gruppe, der U20-Männer, war mit fast 100 Startern ziemlich groß. Zu Beginn standen wir alle in einer Reihe und sofort nach dem Start ging es erstmal darum, sich im Kamikaze-Modus auf den ersten 200m komplett abzuschießen, um sich möglichst weit vorne im Feld einzuordnen. Wegen der engen Streckenführung entwickelte sich im weiteren Streckenverlauf nämlich gezwungenermaßen ein sehr lang gezogenes Feld. Ich dachte eigentlich, dass die Strecke ähnlich wie in Hamburg auf Waldwegen verlaufen wird. Dem war definitiv nicht so! Auf der 1,46km langen Runde gab es eine Sandgrube zum Durchqueren, mehrere Hindernisse mussten übersprungen werden, es ging ziemlich oft hoch und runter und zum Abschluss jeder Runde gab es einen engen Kreisel zu durchlaufen und kurz vor Ende wartete reichlich Schlamm. Nicht gerade das, worauf man sich als Triathlet vorbereitet und auch keine Strecke für Bestzeiten. Auch das sehr ruppige Laufen, was eher an den Schwimmstart beim Triathlon erinnerte, hat den Wettkampf erschwert (da jeder mit Spikes gelaufen ist, kam es zu einigen blutigen Schienenbeinen). Man muss also nicht nur schnell, sondern auch mit dem richtigen Körpereinsatz unterwegs sein. Ich habe mich nach einer Runde in eine gute Gruppe eingeordnet und konnte mich mit Tempoverschärfungen nach dem kleinen Fehler am Start immer weiter nach Vorne arbeiten. Auf der letzten von vier Runden habe ich nochmal bis zum Anschlag gepusht, wobei die Anfeuerungen von Max definitiv halfen, und kam im Zielsprint auf Platz 27 über die Linie.

Die Zeit von 20:46min für 5,8km ist unmöglich mit „normalen“ Rennen zu vergleichen. Auf jeden Fall bin ich im vorderen Teil des Feldes und konnte mich ganz gut gegen die reinen Leichtathleten behaupten. 5,8km können echt super anstrengend sein, besonders in einem so starken und leistungsdichten Feld. Aber ich hatte richtig Spaß und auch das Wetter war super. Nach einem verpatzten Wettkampf vor zwei Wochen war das eine tolle Wiedergutmachung und ich bin gespannt, was mich diese Saison noch so alles erwartet.

 

  • Daniel Hahn