Wettkampfbericht IM70.3 Lanzarote

michi1Bereits vor gut sieben Monaten begann für mich das Abenteuer Lanzarote –zumindest mental. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren deutlich jüngere Athleten aus meinem Team an Mitteldistanz-Rennen teilgenommen hatten, fühlte ich mich mit meinen nun 30 Jahren regelrecht unter Zugzwang, dieses ebenfalls auszuprobieren, da sich meine Wettkampfdistanzen bis dato auf die Sprint- und Olympische Distanz beschränkten. Als Athlet der 2. Bundesligamannschaft sollte es ein Wettkampf sein, der nach der Bundesliga-Saison stattfindet, um mich komplett auf die Bundesliga konzentrieren zu können. Außerdem sollten am Veranstaltungsort Temperaturen um die 20°C herrschen –Kälte ist für mich ein Graus- und nicht zu weit weg sein. Bei diesen zahlreichen Anforderungen fiel die Auswahl dann auch nicht besonders üppig aus, sodass ich mich recht schnell für einen Start beim Club la Santa Ironman 70.3 auf Lanzarote am vergangenen Wochenende entschied. Nach der Anmeldung, die bereits im Februar diesen Jahres getätigt wurde, gab es dann auch kein Zurück mehr.

Nun war es auch fast soweit und mein spezifisches Training für die Mitteldistanz sollte beginnen. Getreu dem Interview von Profi-Triathlet Gregor Buchholz auf tri-mag.de vor seinem ersten Start auf der Mitteldistanz –Ironman 70.3 Wiesbaden-, mit dem Titel „Ich fühle mich wie ein Anfänger“, fing ich mit der Vorbereitung an. Für mich war alles neu. Bspw. saß ich 6 Wochen vor meinem Start das erste Mal auf einem Zeitfahrrad. Wie ernähre ich mich während des Wettkampfes? Welches Tempo kann ich angehen? Fragen über Fragen, aber zum Glück hatte ich den Artikel von Gregor gelesen und war etwas beruhigt, dass auch Profis vor diesen scheinbar so einfachen Fragen relativ sprachlos stehen.

michi3Nach abgespeckter Vorbereitung und den letzten Tipps von den Teamkollegen ging es dann vier Tage vor dem Start nach Lanzarote. Nachdem die letzten Einheiten absolviert, die Stecke angeschaut und meine mentale Unterstützung angereist war, war es dann auch schon so weit, das Abenteuer Ironman 70.3 sollte beginnen:

Noch vor Sonnenaufgang ging es zum Club la Santa, um die letzten Vorbereitungen in der Wechselzone vorzunehmen. Das Ziel war natürlich auch dieses Mal hoch gesteckt: Ankommen und Spaß haben. So jedenfalls offiziell, die persönlichen Anforderungen liegen natürlich doch schon höher.

Kurz nach Sonnenaufgang erfolgte dann auch schon der Start der Profis, bevor wir Agegrouper fünf Minuten später auf die „Verfolgungsjagd“ losgelassen wurden. Nach gutem Schwimmstart konnten ein weiterer Athlet und ich noch einige Profis einsammeln, sodass wir nach 1,9 km zusammen auf Platz eins und zwei liegend (Agegrouper) aus dem Wasser stiegen. Nun hieß es schnell aufs Rad und versuchen, den Vorsprung so lange wie möglich zu halten, denn die Radstecke hatte es mit knapp 1400 HM und ordentlich Wind (Sturm) wirklich in sich. Nach 90 harten  Kilometern inkl. eines 10,4 km langen Anstiegs zum Tabayesco (580 m) erreichte ich auf Platz 9 (Agegrouper) liegend die Wechselzone, um mich auf die 21,1 km lange Laufstrecke zu begeben. Es waren drei Runden entlang der Küste zu laufen, wobei auch diese mit Hügeln und ordentlich Wind gespickt war. Erschöpft aber glücklich erreichte ich nach 4:46:21 Stunden das Ziel. Dies bedeutete für mich den 22. Platz (inkl. Profis) bzw. den 8. Platz unter den Agegroupern und 4. in meiner Altersklasse. Der 4. Platz in der AK sollte für die WM Quali reichen, diese habe ich jedoch abgelehnt.

michi2Nach kleinen Rückschlägen in der Saison bin ich mit dem Saisonabschluss mehr als glücklich, Finish geglückt, Ziel erreicht. – Nun werde ich mir in der anstehenden Offseason Gedanken über die kommende Saison machen. Vielleicht steht im kommenden Jahr das eine oder andere Rennen auf der Mitteldistanz an – wenn ja, dann aber deutlich besser vorbereitet.

 

Michi Schütt